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Reisebericht2009

Ich bin dann mal weg - und fahr schon mal nach Haus´

– von Le Gurp zurück nach Osnabrück –

Reden oder „kontaktieren“: Das prägt beruflich wie privat meinen Alltag. Da tut es gut im Urlaub Abstand zu gewinnen. So bin ich diesen Sommer fast zwei Wochen Rad gefahren –für mich allein, quasi „kontakt-fastend“. Ich bin dann mal weg – und fahr schon mal nach Haus´.  

Aber eins nach dem anderen: Zunächst war Familienurlaub angesagt. Badeurlaub am Atlantik etwas südlich der Girondemündung: Camping munizipal im Pinienwald, Zelten ohne Strom, ein Meer von Zelten jeglicher Art und Form, kaum Wohnwagen oder Wohnmobile. Mein Zelterherz schlug in höchsten Tönen. Und der Atlantik: Das Meer, die Wellen, der Strand, die Sonnenuntergänge: Ein Traum! Er liegt 1200 Autokilometer von Osnabrück entfernt. Den Weg zurück hatte ich per Rad vorgesehen, es war nach Frankreich auf der Anhängerkupplung mitgereist.

Abschiedsfoto und Start in du Gurp

 

 Als Student habe ich Anstiege und Abfahrten geliebt. Das Glenn Coe in den schottischen Highlands mit drei Gängen von Fichtel und Sachs hoch. In Norwegen vom Sognefjord aus mit Zeltgepäck in die Jotunheimen – eine Tagesetappe komplett bergauf. Oder vom Lago Maggiore aus in das Maggiatal – 100 km, 2000 Höhenmeter. Also dieses Jahr durch das französische Zentralmassiv und an den Alpen entlang zurück nach Osnabrück?  

Nein: Das brauche ich nicht mehr. Radfahren wünsche ich mir heute eher meditativ, zu steile Anstiege bringen mich da ´raus. Deshalb hatte ich mir vor Fahrtantritt den französischen Teil des Eurovelo 6 ausgeguckt: Dieser europaweite Radweg verbindet den Atlantik mit dem schwarzen Meer. In Frankreich verläuft er in der Nähe von Nantes beginnend entlang der Loire, dann weiter am Canal lateral a la loire und am Canal du Centre. Dem Fluss Doubs folgend erreicht der Eurovelo 6 schließlich Moulhouse.

Treten – treten – treten: Frankreich ist ein großes Land. Das erahnte ich bereits, als ich zunächst gut 300 km die Atlantikküste in Richtung Norden hochfuhr. Wo es den Pinienwaldgürtel entlang der Küste gibt, ist er von einem Radweg durchzogen, dem ich dann folgte. Vorbei an industrieller Muschelproduktion traf ich schließlich auf die Loire. Deutsche Flüsse verlaufen oft nicht mehr in ihren natürlichen Betten, sind begradigt und mehr Kanal als Fluss. Die Loire dagegen folgt ihren ursprünglichen Kurven, ist geprägt von Buchten, Sandbänken, Inseln mit hohen Bäumen darauf sowie diversen architektonisch wunderschönen Brücken. Campingplätze gibt es hier alle 5 bis 10 km, meist direkt am Wasserlauf. Wenn ich abends mein Zelt so ausrichtete, dass ich auf die Loire schauen konnte, waren Brücken und jenseitige Städtchen märchenhaft beleuchtet. Man/frau weiß ja, dass die Franzosen diverse Kernkraftwerke betreiben. Die findet man weiter flussaufwärts dann auch in großer Regelmäßigkeit. Zunächst ergänzen aber die berühmten Loireschlösser die Idylle. Ich habe sie in der Außenansicht genossen und ihre Besichtigungen auf den Lebensabschnitt verschoben, in dem ich vielleicht kein Rad mehr fahren kann. 

 

Impression von der Loire in der Abendsonne

 Neben der Loire taucht dann irgendwann ihr Seitenkanal auf, der Canal lateral a la loire. Besonders gefallen hat mich seine Überquerung des Hauptflusses selbst bei Briare in Form der gut 660 m langen Pont-Canal, einer Trogbrücke. Wer glaubt, die malerische Landschaft entlang des vor über 200 Jahren erbauten Canal du Centre sei eben, der irrt. Er überwindet mit Hilfe von über 60 Schleusen so viele Höhenmeter, dass man das Passieren seines Scheitelpunkts unzweifelhaft in der Beinmuskulatur erlebt.

Der Eurovelo 6 wechselt dann an die Doubs. Quelle und Mündung (in die Saone) dieses fast 500 km langen Flusses liegen 90 km auseinander. Wie das möglich ist? Der Doubs-Verlauf gleicht grob betrachtet dem dritten Buchstaben des Alphabets. Genauer hingesehen mäandert die Doubs stark. Sie ist in ihrem Verlauf terrassiert und die einzelnen Flussschleifen sind durch kurze Kanalstücke „abgekürzt“, an dessen Ende (talwärts gesehen) jeweils eine Schleuse den Höhenunterschied ausgleicht. Der Radweg wechselt immer wieder zwischen natürlichem Ufer und Kanalufer. Landschaftlich war das Doubs-Teilstück unzweifelhaft das schönste meiner gesamten Tour. Für die letzten 100 französischen Kilometer verabschiedet sich der Eurovelo 6 von der Doubs und wendet sich allmählich dem Rhein zu. Etwa 20 km vor Moulhouse verabschiedete ich mich wiederum vom West-Ost-Kurs und wechselte auf den Rheintalradweg.

Rast an einer Skulptur an der Doubs

Treten – treten – treten: Frankreich war ein großes Land. Mein Tachometer hatte mittlerweile 1467 km aufsummiert, ich war bereits 9 Tage unterwegs. Mein Zeitrahmen lag bei zwei Wochen. So verwarf ich meinen Plan, den Rhein noch einmal zu verlassen und entlang der Saar und der Kyll nach Köln zu gelangen. Am Rhein fiel mir bald seine Fließgeschwindigkeit auf: Talwärts fahren die Schiffe mit meiner Radgeschwindigkeit (28 bis 30 km/h). Auch nachts hört man die Motorengeräusche. So ein Schiff benötigt also nur rund 2 (!) Tage, um den gesamten deutschen Rheinabschnitt zu passieren, auf der Tal-, nicht der Bergfahrt.

Landschaftlich sind die Kontraste entlang des Rheins kaum zu überbieten: Den Versuch, direkt am Fluss entlang zu fahren, gab ich nach 25 km Schotterweg auf. Ich folgte dann zum Teil dem ausgeschilderten Rheintalweg, zum Teil fuhr ich nach Straßenkarte. Bei Karlsruhe orientierte ich mich vom Rhein weg nach Westen in Richtung Pfälzer Wald. Die hügelige Landschaft mit ihren Weinbergen bildete eine willkommene Abwechselung, ich merke sie aber deutlich in den Beinen. Bei Bingen kehrte ich zum Rhein zurück. Bis Andernach hin folgt das für mich schönste Rheinstück, hier hat sich der Fluss tief in die felsige Landschaft geschnitten. Danach wird die Landschaft seichter, der Abschnitt Bonn - Köln ist noch „nett“. Dann wird der Rhein „industrieller“, den persönlichen Höhepunkt stellte eine ca. einstündige Irrfahrt entlang des Kölner-Ford-Werks in der Abenddämmerung da, bevor ich das letzte Mal mein Zelt aufschlug. Hinter Leverkusen verließ ich den Rhein mit dem Ziel, am Abend zurück in Osnabrück zu sein. Über Dinslaken und Haltern am See fuhr ich auf Münster zu. Der 13. Tag meiner Tour neigte sich dem Ende zu und mein Tacho zeigte schon bald wieder 200 km. Und dann 5 km Umleitung wegen Straßenbauarbeiten: Da fiel der Entschluss für die Bahn ab Münster. Die letzten 20 km hängte ich mich an eine Rennradfahrerin an. Das Gespräch war nett und verhalf mir zu einem angenehmen Weg in die Stadt hinein. 5 Minuten nach der Ankunft am Bahnhof fuhr ein Zug nach Osnabrück: Zufälle gibt es nicht!

 Resümee: Frankreich bleibt ein großes Land und Osnabrück liegt ganz schön weit im Norden. Also: Treten – treten – treten! 2237 km zeigte mein Tacho am Ende, etwa 175 km pro Reisetag waren das.

Ich kann für eine solche Fahrt einen Lieger nur empfehlen. Für mich wird das Radfahren damit wie bereits gesagt zur Meditation: In der Regel habe ich gut 12 Stunden die Landschaft an mir vorbeiziehen lassen, dann verlangten die Beine (nicht Gesäß oder Rücken) eine Pause. Zeltplatz ansteuern, duschen, einen Happen essen und das Reisetagebuch ergänzen, mit Blick aufs Wasser dann einschlafen. Französisch habe ich als 3.Fremdsprache vor mehr als 30 Jahren in der Schule gelernt. Hätte ich also vorher einen Sprachkurs belegen sollen? Um zu reden? Nein, danke!

Hajo Nordmann, ADFC Osnabrück

Kommentare
ivan am 19.03.2010 15:05
Toller Bericht! Danke, Hajo!

Gru? von Christian
bunkertiger am 16.05.2010 22:11
Allerh?chsten Respekt f?r solch eine Tour! Wir sind 1983 von Orleans das Loiretal abw?rts bis zur M?ndung nach Nantes gefahren, dann s?dlich entlang der K?ste bis La Rochelle/Niort... (Wind, Wind, Gegen-Wind!) Immer noch bestens in Erinnerung! Gru?, bunkertiger
264 am 17.05.2010 20:41
einfach nur Spitze !!!
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